Bin ich hochsensibel?
Lies diese Aussagen und notiere dir für jede, bei der du im ersten Impuls zustimmst einen Punkt (ein Herz, einen Haken, was auch immer du magst).
- In einem Gespräch mit einer anderen Person kann ich gut auch zwischen den Zeilen lesen.
- Ich nehme die Gefühle anderer Personen um mich herum wahr. Wenn mir das so bisher noch nicht bewusst war: meine Stimmung kann bei Kontakt mit jemanden schlagartig umschwenken ohne dass ein erkennbarer Grund vorliegt. Diese Veränderung hat nichts mit der herkömmlichen Bedeutung von „Sympathie“ dem anderen gegenüber zu tun.
- Schmerzen, auch wenn es nur kleine Verletzungen (Anstoßen, Einklemmen, kleine Schnitte,...) sind, spüre ich heftig und durchdringend. Manche Schmerzen rauben mir sprichwörtlich den Verstand, was für andere oft nicht nachvollziehbar ist.
- Wenn über einen längeren Zeitraum (mehrere Stunden) viel los ist und ich dazwischen keine Pausen für mich alleine habe, möchte ich mich am Liebsten nur mehr verkriechen und nichts und niemanden mehr sehen. Oder: an solchen Tagen bekomme ich Migräne oder vergleichbar intensive Kopfschmerzen.
- Wenn ich zu viel Kaffee oder Schwarztee trinke bekomme ich Herzklopfen und/oder ein unangenehmes Gefühl von innerer Unruhe.
- Laute Geräusche paralysieren mich förmlich und/oder empfinde ich als schmerzhaft, nicht nur in den Ohren, sondern gefühlt im ganzen Körper. (Anmerkung: ein lautes Geräusch kann hier auch schon so etwas sein wie das festere Aufeinanderstapeln von Geschirr, das Klackern von Stöckelschuhen, Kinderschreie,....)
- Grelles und/oder flackerndes Licht beeinträchtigen meine Konzentrationsfähigkeit.
- Starke Gerüche empfinde ich als sehr unangenehm und ich bekomme davon vielleicht sogar Kopfschmerzen oder mir wird übel.
- Unbequeme Kleidung, die meine Bewegung einschränkt, zwickt oder kratzt stört und beeinträchtigt mich so lange bis ich sie ausziehen oder wechseln kann.
- Mein „Innenleben“ ist komplex.
- Musik, insbesondere bestimmte Lieder oder auch ganze Musikrichtungen, vermag mich tief und ganzheitlich zu bewegen
- Wenn mehrere Reize gleichzeitig auf mich einwirken verspüre ich früher oder später den Wunsch sofort und komplett alleine und in Ruhe gelassen zu werden.
- Ich erschrecke leicht. Nicht nur, wenn plötzlich jemand um die Ecke kommt, sondern auch wenn jemand eine uneindeutige Aussage macht, die die Einleitung für eine schlechte Nachricht sein könnte.
- Ich mache keine halben Sachen. Wenn ich eine Aufgabe übernehme oder aufgetragen bekomme erledige ich diese nach bestem Wissen und Gewissen.
- Multitasking mag ich nicht und es stresst mich, wenn ich mehrere Dinge gleichzeitig tun soll. Da reicht es oft schon, wenn ich neben dem Kochen ein Gespräch führen oder eine Frage beantworten soll.
- Wenn viele Dinge (gleichzeitig) von mir gefordert werden, verspüre ich große Unlust und würde dann am liebsten gar nichts mehr tun, auch wenn ich eigentlich grundsätzlich keine Abneigung gegen die Erledigung der Aufgaben oder Anforderungen habe.
- Ich erkenne oft vor den Betroffenen selbst was ihnen helfen würde ihre Situation zu verbessern. Das fängt an bei „Du bist müde, ein Schläfchen wird dir gut tun“ und kann reichen bis zu „Ein Jobwechsel wird sich auch auf positiv auf deine Gewichtsprobleme auswirken.“ (Anmerkung: das sind nur fiktive, völlig aus der Luft gegriffene Aussagen, um die mögliche Komplexität von Zusammenhängen, die erkannt werden können, darzustellen.)
- Ich versuche immer an alles zu denken und nichts zu vergessen. Zum Beispiel beim Verlassen des Hauses, aber auch beim Verfassen eines Textes (Wie kann man das Geschriebene noch verstehen?,...)
- Ich schaffe es oft Fehler oder Missgeschicke zu verhindern, weil ich im Vorfeld schon an alle Eventualitäten gedacht habe.
- Ich schaue mir keine Filme oder Sendungen an, in denen Gewalt, Intrigen oder großes Leid thematisiert werden. Wenn doch, beschäftigt mich das Gesehene oft tagelang.
- Ich vermeide große Menschenansammlungen (außer es hat einen anderen Mehrwert für mich, wie zum Beispiel bei einem guten Konzert oder einer Theateraufführung).
- Wenn ich hungrig bin verliere ich schnell meine Nerven, werde fahrig und unfreundlich gegenüber anderen.
- Unvorhergesehene Veränderungen oder auch Überraschungen werfen mich schnell mal aus der Bahn und es raubt mir viel Energie, mich auf die neue Situation einzustellen.
- Allgemein plane ich lieber alles im Vorfeld und denke dabei auch gleich eventuelle ungewollte Szenarien mit. (Beispiel: Ich habe einen Regenschirm im Gepäck, obwohl die Wettervorhersage Sonne verspricht)
- In Prüfungssituationen, oder allgemein, wenn mich jemand bei einer Tätigkeit beobachtet, kann ich oft nicht meine beste Leistung erzielen.
- Neues erlerne ich am leichtesten durch Zusehen und anschließendes Üben in einem ungestörten und sicheren Rahmen.
- Kunst, Musik, ein guter Duft, feines Essen oder auch die Natur lassen mich förmlich erblühen und erwecken in mir große Gefühle aller Art.
- Bei all den starken Empfindungen und Eindrücken, die ich habe und wahrnehme, sind auch erfüllende dabei, die in mir ein gutes Gefühl erwecken.
Beantworte die Aussagen aus dem ersten Impuls heraus mit Ja oder Nein. Wenn nur ein Teilaspekt der Aussage zutrifft oder die Aussage früher auf dich zugetroffen hat, wähle Ja.
Die Aussagen sind von mir in Anlehnung an den Test der Hochsensibilitäts-Expertin Elaine N. Aron formuliert. Das Original findest du hier: Are You Highly Sensitive? – The Highly Sensitive Person (hsperson.com)
Laut Aron könne man sich als „HSP= Hochsensible Person“ bezeichnen, sofern 14 Aussagen zutreffend sind. Aber auch, wenn es weniger sind, und eine oder mehrere dafür in hohem Maß mit dem eigenen Erleben übereinstimmen, ist eine Hochsensibilität wahrscheinlich.
Ich möchte vor dem Hintergrund, dass Hochsensibilität ein Persönlichkeitsmerkmal und definitiv per se keine Krankheit ist, den letzten, von mir hinzugefügten, Punkt noch als entscheidenden Aspekt anführen. Auch wenn uns phasenweise in unserem Leben alles sehr schwer vorkommen mag – wer hochsensibel ist nimmt mehr wahr und fühlt stärker, aber eben nicht nur die „negativen“ Dinge und Gefühle, sondern auch die „positiven“.